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104-jähriger Musikdampfer in voller Fahrt

Von unserem Redaktionsmitglied Markus Wirth

Oftersheim. "Ich denke, wir sind mit unserem gesamten und umfassenden Angebot gut aufgestellt" - Hedwig Gutzki, Vorsitzende des Musikverein, blickt zuversichtlich und optimistisch in die Zukunft, ihr Verein hat, im Gegensatz zu vielen anderen Vereinen, derzeit kaum Nachwuchssorgen, zumindest schaut es im Jugendbereich ganz gut aus.

Diese Tatsache dürfte auch in der in den vergangenen Zeit forcierten Nachwuchsanwerbung und -förderung begründet sein. Und doch ging der Musikverein in den letzten Jahren auch durchaus neue Wege - so gründete man die Abteilung "Ü 50", hier finden Menschen, die, sei es aus beruflichen oder privat-familiären Gründen lange Zeit kein Instrument mehr spielen konnten oder es aber jenseits der 50-Jahr-Marke noch lernen wollen, eine musikalische Heimstatt, eine Gelegenheit, sich mit Gleichgesinnten zu treffen.

Nachwuchsarbeit trägt Früchte

"Wir sind auch hier zufrieden mit dem Zuspruch", so die Vorsitzende, doch sieht sie mit derzeit lediglich fünf Mitgliedern durchaus noch Luft nach oben, denn ursprünglich hatten sich immerhin 16 Leute angemeldet gehabt - aber hier sei es, wie in den anderen Bereichen des Musikvereins, sieht man nun einmal von den Kindern ab, dass Beruf und Studium oder Ausbildung über die Präsenz bei Übungsstunden entscheiden - "viele unserer Mitglieder haben ihren Arbeitsplatz nicht in unmittelbarer Umgebung, müssen pendeln und haben daher nicht immer Zeit, donnerstags in die Theodor-Heuss-Schule, wo wir seit einem Jahr üben, zu kommen", zeigt Hedwig Gutzki Verständnis. Dabei sei das ständige Üben, auch und gerade zu Hause, das A und O - viel zu schnell verlerne man das eben noch gut Beherrschte, vor allem bei Saxofon oder bei der Trompete müsse man stetig hinterher sein und dran bleiben.

Die Kapelle habe derzeit 19 Mitglieder, auch hier würde man sich künftig mehr Nachwuchs wünschen, aber auch hier gelte - siehe oben - dass das Studium, die Ausbildung oder der Beruf die Leute nicht dauerhaft an den Musikverein binde - "von 30 Leuten bleiben oftmals nur zwei hängen, das ist dann schon frustrierend", sagt die Vorsitzende, die sich umso mehr über die im Verein so wichtige Schwerpunktarbeit der Jugendförderung freut.

Eine starke Jugendabteilung

"Derzeit haben wir 31 Mitglieder dort, hier sind wir sehr zufrieden", so Gutzki, hier lernten die Kinder und Jugendlichen mit Feuereifer Querflöte und Klarinette, Trompete und Saxofon.

"Das optimale Einstiegsinstrument jedoch", so die Vorsitzende, "ist und bleibt die Blockflöte - sie sei leicht von Gewicht und auch sonst gut zu beherrschen und daher seien schon Kinder im Vorschulalter - ab fünf Jahren - beim Musikverein willkommen.

Die meisten Kinder würden dann zwei Jahre lang auf dem handlichen Instrument lernen, bevor sie dann frei entscheiden dürften, welches Instrument sie denn nun auf weitere Sicht einstudieren möchten - "kurioserweise ist das Saxofon der absolute Renner, ausgerechnet das schwierigste Instrument", zeigt sich Gutzki verwundert und dennoch erfreut.

Das Einstudieren von musikalischem Repertoire, das Beherrschen von Instrumenten durch die Anleitung von ausgebildeten Musiklehrern aus den eigenen Reihen, aber auch von extern, etwa von der Musikhochschule Mannheim, ist das eine Standbein des Musikvereins, die rund 20 öffentlichen Auftritte pro Jahr das andere - "wir zeigen gerne Präsenz in der Gemeinde, identifizieren uns mit ihr", so Gutzki weiter, und so musiziere man beim Tag des Waldes ebenso selbstverständlich wie beim Martinsumzug oder bei der Maibaumaufstellung, beim Ortsmittefest wie beim Volkstrauertag.

Viele Freizeitaktivitäten

Dreh- und Angelpunkt ist jedoch das beliebte Waldfest an Pfingsten, im Rahmen dessen sich befreundete Musikkapellen aus der gesamten Region ein Stelldichein geben. Motiviert und ambitioniert könnte man den Wesenszug der Mitglieder des Musikvereins, deren Alter von fünf bis zu stolzen 80 Jahren reicht, charakterisieren. Freilich bedarf es auch hier der Kontaktpflege untereinander, und daher soll an dieser Stelle auch auf die vielseitigen gesellschaftlichen Zusammenkünfte und Aktionen eingegangen werden.

"Wir veranstalten beispielsweise jedes Jahr im Sommer unser Probenwochenende auf dem Vereinsgelände der Siedlergemeinschaft, da wird zwei Mal am Tag geprobt, zudem gibt es ein Abschlusskonzert, vor allem aber sehr viel Spaß miteinander", so die Vorsitzende.

Dieses Jahr habe es einen Wechsel im Jugendvorstand gegeben, daher seien die Aktivitäten dort bis dato noch nicht so zahlreich gewesen - aber im Oktober wolle man nach Hockenheim ins Maislabyrinth fahren, und vor wenigen Wochen war man im vorderpfälzischen Rülzheim zu Besuch der dortigen Straußenfarm. Das gemeinsame Backen von Weihnachtsplätzchen mache den Kindern mächtigen Spaß, auf diese Weise - die Leckereien werden dann beim Weihnachtsliederspielen verkauft - bessere man auch die Vereinskasse etwas auf.

"Es können", wünscht sich Hedwig Gutzki, trotz der recht positiven Entwicklung, "gerne noch neue Mitglieder jeden Alters hinzukommen", gerne und vor allem auch Neubürger.

Ansonsten aber sieht sie den 104 Jahre alten Vereinsdampfer mit seinen 130 "Besatzungsmitgliedern" immer noch gut in Fahrt!

Schwetzinger Zeitung
3. September 2010

 

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